Zwielicht 6

      Danke schön! Ich finde auch, das Cover ist mal wieder ein Hingucker und die 6 schön eingearbeitet.

      Eine Anmerkung zur Geschichte von Algernon Blackwood. Es handelt sich dabei um eine deutsche Erstveröffentlichung. Max Hensig erschien erstmals 1907 und ist sowas wie eine Blaupause für Serienmördergeschichten. Bei der Lektüre muss man unwillkürlich an Hannibal Lecter. Die Story hat mir 80 Seiten auch Novellenlänge und ist sehr intensiv.
      Als Verleger muss ich mal sagen, dass mir die Qualität der Titelbilder von Brian und der Einfallsreichtum mit der Nummerierung sehr gut gefällt. Der Inhalt ist natürlich nur subjektiv zu beurteilen. Aber gerade die Artikel gefallen mir, bringen sie doch neues Wissen unter die Leute, bzw. fassen dieses zusammen. Die Kurzgeschichten sind alle durchaus lesenswert, auch wenn mir nicht jede gefällt.
      Für die Sammler:
      Nr. 3 ist noch jede Menge da
      Nr. 4 weniger als 10 Exemplare
      nr. 5 etwa 30
      Nr. 6 klar, gerade raus, fast nix verkauft. Aber kommt noch.
      ich wünsche viel Spaß und zum Buchmessecon kommt hoffentlich die 7 pünktlich.

      erik schrieb:

      Als Verleger muss ich mal sagen, dass mir die Qualität der Titelbilder von Brian und der Einfallsreichtum mit der Nummerierung sehr gut gefällt.


      Ich denke mit Brian bin ich gemeint, aber natürlich freue ich mich doch sehr über Deine Meinung!
      Wenn alles klappt, dann ist für Zwielicht 7 dann auch wieder mal (nach meinem Essay zu Karl Edward Wagner in Band 3) ein Bericht von mir geplant.
      OK, nach vier Monaten bin ich wieder online - also wirds von mir die Tage auch die eine oder andere Rückmeldung geben. Ich kann schon sagen, dass das Cover nicht zu meinen Favoriten zählt, aber es ist nicht uncool, witzig - also nicht so meins - aber vor allem der Abwechslung halber bin ich sehr zufrieden damit. Schon mal als kleines Resümé: Das Cover von ZW 4 hat mir bisher am besten gefallen!!
      Darüber hinaus scheine ich gerade mit Zeit überhäuft worden zu sein - jetzt wo es zu spät ist fallen mir die Fehler auf, welche ich vorher(wohl aus Gehirnmangel) übersehen habe - am coolsten natürlich die "zu vielen" Seiten - ein Sammlerstück also schon jetzt.
      Naja, den Rest finden wir die Tage.

      Beste Grüße an die Kulturschaffenden,
      Marcus

      PS: Ach so, ich vergaß diesen Augenblick als ich des Grabsteines unten links gewahr wurde - da war ich nahezu versöhnt - mit der Welt - und allem. Deswegen war ich dann auch mit dem ironischen Cover versöhnt, obwohl ich sonst gar nicht auf lustig stehe.

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      Oh doch, hab schon ein wenig reinlesen können.
      Überrascht war ich von Weis´ Geschichte, schön an der Realität herum gekratzt, ein unangenehmes Thema ordentlich für´s Genre aufbereitet und umgesetzt. Klasse.

      Die nächste Geschichte war eher so ein Zubrot, bin ich dran vorbeigelesen, sozusagen.

      Kleudgens Geschichte war nicht lang, aber so ein echter Kleudgen eben, düster, melancholisch und voll von wunderbaren, seltenen Begriffen, die einem die Lektüre absolut zum Genuß werden läßt. In einem ganz ruhigen Rythmus geschrieben - hat Spass gemacht, aber zu kurz - leider. Ich wäre da gerne mit davon gedriftet.

      Die vierte Geschichte ist gutes Mittelmaß, ein wenig zu folkloristisch, aber keineswegs schlecht. Ich würde sagen, ich war das falsche Publikum, deshalb möge man hier meine Meinung nicht für voll nehmen - mir hat die Geschichte weniger gefallen, aber wie gesagt, sie war rein objektiv gelesen gut. Eine Geistergeschichte mit Lokalcharakter - nicht ganz vorhersehbar, aber auch nicht überraschend. Gerne gelesen sagt man, richtig?

      Später mehr,
      Marcus

      Ach so - PS:
      Hatte ich die Ausgabe mit den fehlenden Innenillustrationen oder waren das die vier, die ich gesehen habe? Die von der zweiten Geschichte hat mir gefallen, weil es eine Handzeichnung war.
      Hallo Micha, die Sache mit Christian S. freut mich, denn seine Geschichte gehörte ja wohl zu den Besten der Antho.
      Aber das erstmal nur bis dato.
      Ich bin jetzt mit den Kurzgeschichten durch, und will mich erstmal für meine Kritik am Cover entschuldigen. Nicht an der Kritik selbst, sondern an dem Verhältnis. Denn ich möchte klarstellen, dass ich an einem lobenswerten Arbeitsergebnis Kritik geübt habe, also an einem Kunstwerk - das ich zu kritisieren mir erlaubt habe, weil es von einer Qualität war, welche unbedingt auch einer kritischen Betrachtung bedarf - also ein Kunstwerk, bei welchem es mir "Spass" macht, daran Kritik zu üben. Überhaupt macht es mir Spass, an sehr guten Geschichten Kritik zu üben, sogar am meisten Spass an den Besten. SOviel erstmal bevor ich zu den restlichen Geschichten komme.
      Ich will das restliche Pferd von hinten aufzäumen.
      Michael Tillmanns Geschichte hat mich wortwörtlich am Ende angezogen wie das Scheißhaus die Fliegen. Ich hatte mir gesagt, der einzige, der jetzt noch was rausreißen kann ( auf sieben Seiten wohlgemerkt), ist Tillmann - und der hat es dann auch, jedenfalls soweit man jemanden aus der Scheiße rausreißen kann, der bis zum Hals drin steckt. Tillmanns Geschichte ist toll, wäre eigentlich auch was zum Meckern, aber da waren zu viele naja-Geschichten in dem Band, als dass ich da noch was meckern wollte. - PS: Wäre auch was für den Sachtextteil gewesen!!

      Und jetzt wieder kronologisch:
      Götterwinds Geschichte war gar nicht schlecht, auch wenn sie mich an diesen Film erinnert hat und nicht so gut war wie der Film, und mir der Film nie gefallen hat - aber ja, schlecht war die Geschichte nicht.

      Dann ist da Lützelers Aburde Logik.
      Bis zur Hälfte dachte ich nur - oh mein Gott, oh mein Gott, und ich dachte, ich müßte die erste Geschichte in der Reihe abbrechen und das Buch für immer irgendwo einsperren - am besten in der Mülltonne - aber manchmal reißt man sich zusammen und sagt, ok, jeder hat mal so einen Tag(ich meine jetzt nicht mich) und dann liest man weiter und sagt, naja ok, wurde ja zum Ende noch ganz gut...
      Das ist denn auch mein Fazit - die Geschichte wurde zum Ende hin noch ganz gut, und sie ist auch nicht schlecht geschrieben, und vielleicht war ich schon immer ein bösartiger Mensch wenn es um Lesen ging - oder besser ein bösartiger Mensch, wenns um die Geschichten ging, die "ich" las - aber die Geschichte ist trotz zugestandener Fingerfertigkeit nicht gut. Was dachte ich neulich, nachdem ich die Geschichte zu Ende hatte? -- Die Geschichte bedarf eines weiblicheren Publikums als ich es bin-- und da liege ich nicht falsch. Das ist genau der Umstand, warum ich mit der Geschichte über weite Strecken überhaupt nichts anfangen konnte.

      So, hier war also schon mein Tiefpunkt, und Lothar Nietzsch konnte da eigentlich gar nicht viel machen, außer er hätte mich wahnsinnig gemacht oder schwul. Aber soweit gings dann auch nicht. Seine Geschichte war sicher nicht überragend, aber sie war gut genug, um mich milde zu stimmen. ER hat mich aus einem Tiefe rausgeholt. Er hat auch eigentlich ein cooles Thema aufgegriffen, aber es nicht auf eine Weise umgesetzt dass ich versöhnt gewesen wäre. Aber es war ein cooler Stop. Halt mal an, hat er gesagt - denk mal anders.

      Tja, und dann hätte eigentlich was kommen müssen und dem Titel nach dachte ich auch, dass da was kommt - aber da kam nichts. Die Sache mit dem Huhn auf dem Klavier hat mich wieder in den Depression gestürtzt....

      Nunja, und jetzt sind wir wieder am Anfang - Zeitschleife - der einzige, der mich da jetzt noch rausholen konnte, dachte ich, ist Tillmann - und zum Glück hat er das auch( auf sieben Seiten wohlgemerkt!!!)

      Und mein Fazit zu den Kurzgeschichten ist - es ist die bisher schlechteste Zwielichtausgabe - wobei die vierte meiner Erinnerung nach die Beste war und dieses gute Buch immer noch seiner Würdigung hinterherschleicht, was mich in schlechten Nächten zum Kotzen bringt - die guten Geschichten von ZW6 machen die schlechten nicht weg - es ist kein Leuchtturm dabei, kein Sascha Dinse, kein Jakob Schmidt, kein Böhnhardt..
      Tillmann, Weis und Kleudgen könnens leider nicht rausreißen, und auch wenn die Geschichte von Nietsch wirklich ein schöner Stop war, war die Qualität der anderen Autoren(Götterwind hier bitte ein wenig ausgeklammert) zu mittelmäßig. D.h. die Qualität der einen war nicht gut genug, um das andere auszugleichen oder anders herum.

      Was den Rest angeht, so weiß ich mich eigentlich in guten Händen. Blackwood habe ich inzwischen sehr zu schätzen gelernt und ich möchte bei aller Kritik, die Herausgeber einmal mehr loben, dass sie seine Texte einer Übersetzung anheim fallen lassen. Bei den Sachtexten haben wir Neugebauer und Hantsch - was soll da bitte schön schon schief gehen? Und ich freue mich darauf, auch wenn ich gerade so mordsmäßig wenig Zeit habe.

      So, das wärs erstmal bis dato von mir - wie immer tuts mir leid, wenn ich dem einen oder andren Kollegen irgendwo auf die Füße getreten bin, aber meine Meinung ist mir heilig. Auch tuts mir leid, dass ich als Mitautor mich zu der fraglichen Antho geäußert habe - ich fühl mich da total schlecht. Liebe Grüße an den Übersetzer, den Herausgeber und den Illustrator - und was die Autoren angeht - MENSCH, STRENGT EUCH AN!!!

      Grüße, Marcus