Lesezirkel Kathe Koja: The Cipher - Fazit

      Ich bin durch. Das Buch hat für meinen Geschmack 100 Seiten zuviel, es plätschert dahin, ohne Spannung oder Atmosphäre zu erzeugen. Sprich, es geht ins Leere. So auf den letzten 40 Seiten ensteht dann endlich etwas Horror Stimmung, seine Umwandlung oder Anpassung ans Geisterloch, zusammen mit Shrike(Simmons läst grüßen) s Ende, das hatte was. Fazit: Mir war es zu Wenig für einen Horror Roman, obwohl gute Ansätze erkennbar sind. Mir fehlt oft die Spannung, zu oft wiederholen sich Szenen, die es nicht wirklich braucht. Ein weiteres Buch der Autorin kommt für mich nicht mehr in Frage. So Schluss! Nach dem grandiosen Tom Franklin dieses Machwerk zu Lesen, war schon fast eine Qual!
      Reality is lost - IKON
      "Fast schon eine Qual" würde ich nicht unterschrieben, aber gepackt hat es mich auch nicht. Der Anfang ist durchaus stimmungsvoll, das Ende noch ein wenig stärker. Aber dazwischen plätschert es schon arg. Da bin ich ganz bei dir, es hakt an einer funktionierenden Dramaturgie. Liegt das vielleicht daran, dass es ein Debütroman ist? Oder sind der Autorin einfach zwischendrin die Ideen ausgegangen und sie hat bewusst gestreckt, damit der Text auch Romanlänge bekam? Schade.

      Wirklich geärgert hat mich aber meine Ausgabe vom Apex-Verlag. Bis auf das Papier, eine ordentliche Bindung und einen sauberen Druck der Schrift (nicht der Werbegrafiken und des Umschlags) kann ich leider nichts Gutes dazu sagen und werde mir den nächsten Kauf eines Buches aus diesem Hause dreimal überlegen.

      Wenn es übrigens jemanden doch noch interessiert: Ich gebe mein nur einmal vorsichtig gelesenes Exemplar gerne gegen eine Erstattung der Versandkosten weiter. Schickt mir einfach eine Nachricht.
      Das mit der Qual bezog sich darin, das ich vorher das wirklich grandiose Southern Gothic Western Feeling von Tom Franklin - Die Gefürchteten genießen durfte. Aber es liegt auch irgendwie immer am Leser, und auf dieses Machwerk war ich einfach nicht eingestellt, wäre es kein Lesezirkel, ich hätte das Buch ab Seite 120 erstmal zur Seite gelegt. Der Schluss macht wenigstens einiges gut!
      Reality is lost - IKON
      Also ich fand den Roman auch teilweise sehr qualvoll zu lesen. Da waren nicht hundert Seiten zu viel sondern zweihundert. Gut war die Atmosphäre der heruntergekommenen Gestalten und der abgefuckten Kunstszene. Alles andere war arg gezogen, wiederholte sich unzählige Male. Der Stil der Autorin (oder der Übersetzung?) war mäßig, manches war gut, das meiste aber schlecht und roch nach Zeilenschinderei.
      Insgesamt fand ich den Roman doch arg durchschnittlich, auch wenn er irgendwie in der Erinnerung haften bleibt.
      Also ein zweites Mal würde ich das Buch auch nicht lesen.

      Ich fand das Setting sehr stimmungsvoll, die Idee mit dem "Schlüssel" war nett und das Zusammenspiel von Nakota und Nicholas eine interessante Paarung. Wie die Vorposter schon erwähnten: Dabei hätte man es belassen können. Alle zusätzlichen Charaktere bringen zwar etwas Abwechslung in das Buch, treiben die Handlung aber nicht voran, Vanese, Randy, die Malcomettes und Malcolm hätte man sich komplett sparen können, das Ganze auf 120 Seiten runtergekürzt, den Handlungsort auf die Wohnung und den Abstellraum beschränkt, nur ein Psychospiel zwischen den beiden Hauptcharakteren und fertig wäre eine wunderbare Novelle gewesen.

      Ich vermute allerdings, gerade vor dem Hintergrund der Auszeichnungen, dass bei dem Buch viel bei der Übersetzung verbockt wurde.
      Bücher werden von niemandem beachtet. Darum sind Bücher der ideale Ort, um die wirklich ungeheuerlichen Sachen zu veranstalten.
      - Chuck Palahniuk -

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      Ich kann mich dem bisher geschriebenen nur anschließen: Anfang und Ende waren ok, der Rest dazwischen aber viel zu sehr gestreckt, für mich hätten es auch gerne rund 200 Seiten weniger sein dürfen. Eventuell hätte der Text für mich als Kurzgeschichte oder Novelle irgendwie funktioniert, als Roman war er mir schlicht zu langweilig. Jedenfalls ist dies mal wieder ein Buch, bei dem ich froh bin, dass ich es hinter mir habe. Weder Handlung noch Atmosphäre waren für mich so stark, als dass sie die Länge rechtfertigen würden. Mich wundert auch, dass dieses Buch den Bram-Stoker-Award gewonnen hat, muss ein schwacher Jahrgang gewesen sein.
      ...and the book club consists mainly of people who club me with books.