Stephen King - DER OUTSIDER

      Stephen King - DER OUTSIDER

      Inhaltsangabe (ExLibris):
      Im Stadtpark von Flint City wird die geschändete Leiche eines elfjährigen Jungen gefunden. Augenzeugenberichte und Tatortspuren deuten unmissverständlich auf einen unbescholtenen Bürger: Terry Maitland, ein allseits beliebter Englischlehrer, zudem Coach der Jugendbaseballmannschaft, verheiratet, zwei kleine Töchter. Detective Ralph Anderson, dessen Sohn von Maitland trainiert wurde, ordnet eine sofortige Festnahme an, die in aller Öffentlichkeit stattfindet. Der Verdächtige kann zwar ein Alibi vorweisen, aber Anderson und der Staatsanwalt verfügen nach der Obduktion über eindeutige DNA-Beweise für das Verbrechen - ein wasserdichter Fall also? Bei den andauernden Ermittlungen kommen weitere schreckliche Einzelheiten zutage, aber auch immer mehr Ungereimtheiten. Hat der sympathische Coach wirklich zwei Gesichter und ist zu solch unmenschlichen Schandtaten fähig? Wie erklärt es sich, dass er an zwei Orten zugleich war? Mit der wahren, schrecklichen Antwort rechnet schließlich niemand. "Im Erschaffen von Monstern unterschiedlichster Art ist Stephen King einfach unerreicht. Das in Der Outsider ist wahrlich nicht von schlechten Eltern.


      Meine Meinung:
      Die ersten 250 Seiten waren für mich zäh - nicht etwa, weil der Inhalt schlecht wäre, sondern weil ich andauernd an "Colorado Kid" denken musste. Zur Erinnerung ... in "Colorado Kid" präsentierte King einen Kriminalfall, der den Fakten zufolge nicht möglich ist. Als 150 seitiges Experiment hat mir das damals sehr gut gefallen. Aber während der besagten ersten 250 Seiten in "Der Outsider" kam ich mehr und mehr zu der Überzeugung, dass King dieses Verwirrspiel nun auf 750 Seiten ausdehnt. Zum Glück kam kurz darauf ein sehr harter und überraschender Wechsel in der Geschichte, und dieser Wechsel hat das Buch für mich dann auch gerettet. Allerdings werde ich hier nicht spoilern, was das genau war. Auf jeden Fall ging die Story danach in eine andere, bessere Richtung, in der der Leser Bekanntschaft mit einer mythologischen mexikanischen Kreatur machen darf. Dazu kam eine alte Bekannte aus den Mr. Mercedes Büchern (Holly) die ich richtig gut leiden kann. So richtig kommt "Der Outsider" trotzdem nicht in Fahrt. Zu sehr bleibt King in einem für ihn typischen Setting. Die Figuren sind wie immer toll, die Story leidet für mich aber daran, dass King keine Risiken eingeht und daher auch selten überrascht.

      Fazit: 6 von 10 (für Leser, die King kaum kennen, dürfte das eine 7 von 10 sein).
      Bilder
      • Der Outsider.jpg

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