Die Zukunft des Vincent Preis

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      Brandigmann schrieb:

      Als einziger dt Horror-Award würde sein Ende eine böse Lücke reißen. Mangelnde Resonanz sollte da kein Kriterium sein, eher ein Argument dafür, aus der Sache einen richtigen Jury-Award zu machen.


      Die ursprüngliche Diskussion 2006 bestand in Jury vs. Publikumspreis. Diejenigen, die einen Jurypreis bevorzugten, haben dann keinen Preis ins Leben gerufen. 2009 habe ich dann den Preis geteilt und eine Mischung aus Jury und Publikumspreis aufgerufen und die Stimmen der Jury stärker gewichtet. Das hat sich aber als Rohrkrepierer herausgestellt. Einziger Gewinn war das Elmar Huber zum Vincent Preis kam.

      Da du das Argument in den Ring geworfen hast frage ich mal zurück:
      Wer will einen Jury Preis und wer motiviert die Leute bei der Jury mitzumachen? Brauchst du auch nicht jetzt zu beantworten, können wir gerne auch in Marburg persönlich diskutieren.

      Vom Prinzip ist der Vincent Preis ja kein typischer Publikumspreis. Es stimmt überwiegend ein Fachpublikum ab. Verleger, Autoren, Illustratoren, Websitebetreiber, etc.
      Der Anteil an "reinen Lesern" ist eigentlich marginal. Wenn man also einen Jurypreis ins Leben rufen wollte, welche Verbesserung wird darin gesehen? Stimme ich (ich als Platzhalter für jedes potenzielle Jurymitglied) besser ab als wenn es keine explizite Jury gibt? Sind wirklich Leute nur dadurch zu motivieren, mit abzustimmen, wenn sie es als Jurymitglied sind und warum?

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      Auf jeden Fall sollte der Preis weitergeführt werden!

      Ich sehe halt auch das angesprochene Problem, dass auf der Vorschlagsliste einfach zu viele Titel stehen. Niemand kann das alles lesen. Einige reagieren darauf, wie ja hier im Thread geschrieben, mit der logischen und fairen Reaktion, nicht abzustimmen.

      Nur mal aus dem Bauch als Idee ...
      Im Moment kommt, sofern ich das sehe, alles was vorgeschlagen wird, egal von wem, auf die Liste.
      Man könnte die Liste deutlich reduzieren, dass Vorschläge an eine Jury gerichtet werden, die dann entscheidet ob ein Vorschlag auf die Liste kommt. Dabei könnte an Hand allgemeiner objektiver und auch subjektiver Kriterien vorgesiebt werden, damit nicht alles gelesen werden muss. Zum Beispiel wenn ein Werk auf den ersten drei Seiten zehn Rechtschreibfehler hat, ist es raus. Es könnten auch Bedingungen festgelegt werden, wie zum Beispiel ein Platz in den Amazon Top 100 Horror oder es muss von mindestens drei Personen vorgeschlagen werden, um in die Prüfung zu gelangen.
      Wenn es dann Nominierungslisten von vielleicht 20 bis 25 Werken gibt, wären die größtenteils lesbar und damit könnte dann für die Endauswahl abgestimmt werden, in die es dann vielleicht nur noch die Top 3 schaffen.
      Mehr von mir auf meiner Homepage und meiner Facebook-Seite:
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      Pjotr schrieb:

      Auf jeden Fall sollte der Preis weitergeführt werden!

      Ich sehe halt auch das angesprochene Problem, dass auf der Nominierungsliste einfach zu viele Titel stehen. Niemand kann das alles lesen. Einige reagieren darauf, wie ja hier im Thread geschrieben, mit der logischen und fairen Reaktion, nicht abzustimmen.

      Nur mal aus dem Bauch als Idee ...
      Im Moment kommt, sofern ich das sehe, alles was vorgeschlagen wird, egal von wem, auf die Liste.
      Man könnte die Liste deutlich reduzieren, dass Vorschläge an eine Jury gerichtet werden, die dann entscheidet ob ein Vorschlag auf die Liste kommt. Dabei könnte an Hand allgemeiner objektiver und auch subjektiver Kriterien vorgesiebt werden, damit nicht alles gelesen werden muss. Zum Beispiel wenn ein Werk auf den ersten drei Seiten zehn Rechtschreibfehler hat, ist es raus. Es könnten auch Bedingungen festgelegt werden, wie zum Beispiel ein Platz in den Amazon Top 100 Horror oder es muss von mindestens drei Personen vorgeschlagen werden, um in die Prüfung zu gelangen.
      Wenn es dann Nominierungslisten von vielleicht 20 bis 25 Werken gibt, wären die größtenteils lesbar und damit könnte dann für die Endauswahl abgestimmt werden, in die es dann vielleicht nur noch die Top 3 schaffen.


      Nur mal als Klarstellung: Es gibt die Listen der erschienenen Werke. Diese hatten ursprünglich den Anspruch relativ vollständig zu werden. Das ist keine Nominierung. Diese dienen nur dazu, einen Überblick zu schaffen, was alles in dem Jahr erschienen ist. Da wird auch in dem Sinn nichts "vorgeschlagen", sondern drauf hingewiesen, damit alles erschienen erfasst wird, was in dem Jahr zum ersten Mal erschienen ist. Die Listen wurden bisher immer in Zwielicht abgedruckt.
      Die sollen nur helfen, das man überhaupt weiß, was für den Vincent Preis relevant ist.

      Eine Vorauswahlliste wie beim DPP, wo dann jeweils bis zu zwanzig Werke aufgelistet werden, auch dafür bräuchte man eine Jury. Aber wie soll man Leute motivieren, an einer Vorauswahl teilzunehmen, die auch ohne Einschränkung nicht dazu bereit sind? Das ist mir ehrlich gesagt nicht klar.

      Auf den Nominierungslisten, die aktuelle ist hier:
      vincent-preis.blogspot.com/201…te-des-vincent-preis.html

      ...finden sich die besten 5 (bei Punktgleichheit auch mehr, dieses Jahr zweimal sechs). Von denen dann jeweils der Gewinner ermittelt wird. Zwei Gewinner gab es dabei ein einziges Mal, 2016 bei der Storysammlung:
      vincent-preis.blogspot.com/201…r-bisherigen-vincent.html

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      Brandigmann schrieb:

      Als einziger dt Horror-Award würde sein Ende eine böse Lücke reißen. Mangelnde Resonanz sollte da kein Kriterium sein, eher ein Argument dafür, aus der Sache einen richtigen Jury-Award zu machen.


      Naja, das ist ja wahrscheinlich einer der Gründe, warum sich die Frage nach der Zukunft stellt: Würde das Ende des Vincent-Preises denn eine böse Lücke reißen, wenn es an Resonanz mangelt? Oder anders gefragt: Wann stellt man etwas ein, wenn nicht aus mangelndem Interesse?

      Das klingt jetzt vielleicht böse, ist aber nicht so gemeint und soll kein Angriff auf die Fans oder Veranstalter des Preises sein, aber weil hier bisher alles etwas sehr nach heiler Welt klingt, stelle ich das mal in den Raum: Offensichtlich freuen sich hier ja einige Leute darüber, dass es den Preis gibt. Wenn ich das richtig sehe, sind das vor allem Klein(st)-Verlags-Autoren, die durch diesen Preis eventuell etwas Anerkennung für ihr Schaffen bekommen, die sie im Klein(st)-Verlags-Bereich eher nicht durch Einnahmen oder riesige Verkaufszahlen bekommen. Die Nominierten der aktuellen Endrunde kommen ebenfalls aus dieser Ecke. Gewisse Einschränkungen gibt es nur beim internationalen Werk (um ehrlich zu sein ist das auch die einzige Kategorie in diesem Jahr, von der ich ein paar Titel kenne). Wenn die Resonanz bei dem Preis jetzt so gering ist, was genau definiert dann die tatsächliche Anerkennung, die man durch diesen Preis erhält? Klar, es klingt nett, wenn sich ein Autor "Vincent-Preisträger" nennen darf, aber was legitimiert das Tragen eines Preises? Wenn nur wenige Stimmen abgegeben werden und von diesen wenigen Stimmen eine noch kleinere Mehrheit auf den Sieger entfällt? Klingt das letztendlich nicht ähnlich wie (überspitzt formuliert) "meine Familie sagt, ich schreibe besser als Stephen King"? Würde eine große Lücke durch das Fehlen solcher Aussagen entstehen? Würde einer der internationalen Preisträger Werbung mit dem Preis machen?
      ...and the book club consists mainly of people who club me with books.

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      Zitat: Mammut:
      "Nur mal als Klarstellung: Es gibt die Listen der erschienenen Werke. Diese hatten ursprünglich den Anspruch relativ vollständig zu werden. Das ist keine Nominierung."

      Mein Fehler - habe Vorschlags- und Nominierungsliste durcheinandergewürfelt.
      Was ich meine ist: Das, was als riesige Vorschlagsliste der Allgemeinheit zur Abstimmung vorgelegt wird, sollte nicht mehr als 20, vielleicht maximal 25 Titel beinhalten.
      Diese heutige Vorschlagsliste wäre in meiner Idee - nur ein Gedankenspiel - dann nicht öffentlich, sondern ginge nur an eine Jury, die eine Selektion trifft. Dann könnte aus einer 'Selektionsliste' die Nominierungsliste durch Publikumsabstimmung erstellt werden, ob drei oder fünf Nominierte ist im Prinzip sekundär.
      Okay, es müssten Freiwillige für die Jury der Vorselektion gefunden werden, die sich das antun.
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      @ Sar-Sargoth
      vielleicht ist es ja so, dass sich in Deutschland große Verlage an gewisse Themen einfach nicht heranwagen und gute/gewagte/faszinierende/außergewöhnliche Horrorgeschichten dann eher in kleineren Verlagen zu finden sind. Wobei Redrum ja nun auch nicht mehr so klein ist.

      Vielleicht wäre es eine Überlegung auf internationale Werke und Autoren zu verzichten.
      Nachwuchsförderung ist grundsätzlich nicht verkehrt.
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      Pjotr schrieb:

      @ Sar-Sargoth
      vielleicht ist es ja so, dass sich in Deutschland große Verlage an gewisse Themen einfach nicht heranwagen und gute/gewagte/faszinierende/außergewöhnliche Horrorgeschichten dann eher in kleineren Verlagen zu finden sind. Wobei Redrum ja nun auch nicht mehr so klein ist.

      Vielleicht wäre es eine Überlegung auf internationale Werke und Autoren zu verzichten.
      Nachwuchsförderung ist grundsätzlich nicht verkehrt.


      Das mag alles sein... die Diskussion klein, aber fein vs. großer Mainstream hatten wir hier auch schonmal. Keine Ahnung, wie groß Redrum ist, ich würde den Verlag aber mal kleiner als Festa oder Luzifer einordnen, die wiederum kleiner als Heyne, Piper, Knaur und Konsorten sind, aber diese Wahrnehmung kann auch subjektiv sein. Auch Nachwuchsförderung ist sicherlich begrüßenswert.

      Aber was sagt das jetzt zur Aussagekraft eines Preises, der aufgrund der Vergabe von wenigen Stimmen verliehen wird? Ist das eine wirksame Nachwuchsförderung?
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      Sar-Sargoth schrieb:

      Brandigmann schrieb:

      Als einziger dt Horror-Award würde sein Ende eine böse Lücke reißen. Mangelnde Resonanz sollte da kein Kriterium sein, eher ein Argument dafür, aus der Sache einen richtigen Jury-Award zu machen.

      Würde eine große Lücke durch das Fehlen solcher Aussagen entstehen? Würde einer der internationalen Preisträger Werbung mit dem Preis machen?

      Gute Frage, nächste Frage ... würde Stephen King nach Marburg kommen, um sich den Vincent Preis abzuholen?
      Macht eine Landesmeisterschaft Sinn, wenn man doch Deutscher Meister werden kann. Oder was zählt der Titel 'Deutscher Meister' in der Championsleague. Ein Club aus München wirbt wie ein Club aus dem Ruhrgebiet mit diesem bescheidenen Titelchen.

      Nun im ernst ;) wenn ich deine Argumentation richtig verstehe, Sar-Sargoth, würdest du eher eine Juryauswahl bevorzugen ... das tue ich im Grunde ja auch
      ... die 'besten' der Horrorwerke (für mich würden da deutsche reichen) würden dann prämiert. Wenn eine qualitativ anspruchsvolle Auswahl durch ein Expertenteam, parallel zu der Publikumsmeinung, die man recht gut an Hand von Verkaufszahlen messen kann, getroffen wird, wäre das in meinen Augen ein gewisses Qualitätssiegel.
      50 Stimmen als alleinige Grundlage eines Publikumspreises sagen nichts aus, da stimme ich zu. Dabei gewinnt der, der die meisten Kumpels/Freund/Verwandten hat.
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      Ich würde mich Pjotr und Sar-Sargoth anschließen: eine Jury sollte eine Vorauswahl treffen und dann "dem Publikum" (wer auch immer) eine Nominiertenliste zur Abstimmung geben, die in jeder Rubrik nicht mehr als 7 Titel auflistet. Das macht aber nur dann Sinn, wenn das Publikum etwas zahlreicher abstimmt als die mageren 50 Voters. Ich denke, das ist mit das Hauptproblem, dass man für einen Publikumspreis, auch wenn er durch eine Juryauswahl vorgefiltert ist, einfach Masse braucht. Und da sind wir wieder bei der Bekanntheit und damit der öffentlichen Wahrnehmung eines Preises. Bei allem Respekt, das HF ist ein zu kleiner Kreis ...

      Die einzelnen Juroren sollten jeweils eine gewisse Zahl geeigneter Titel (aus ihrer Sicht) vorschlagen, aus der die Gesamt-Jury sich dann auf die 7 Listenplätze einigt. Das genaue Procedere wäre zu regeln ... Auf jeden Fall wäre das dann eine überschaubare Vorauswahl. Die ist dann zwar subjektiv zustandegekommen, aber der Vollständigkeitsanspruch ist eh nicht zu erfüllen.

      Aber egal, wie man es macht, am Ende stellen sich zwei problematische Grundfragen: wer will sich die Jury-Arbeit aufhalsen und wie bekommt man mehr Publikumsstimmen? Das klingt nach einem kaum zu lösenden Dilemma.

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      Mal die Einteilung der 38 Personen die an der Nominierungsrunde abgestimmt haben:
      21 Autoren
      3 Verleger
      5 Journalisten (Webseitenbetreiber, Rezensenten, etc.)
      9 Leser

      Das ist also im Prinzip eine Jury, nämlich ein Fachpublikum. Bei den Nominierungsrunden ist es immer so, das relativ wenig Stimmen reichen, um auf die Nominierungsliste zu kommen, vor allem in manchen Kategorien. Das war beim DPP in der Vergangenheit nicht anders. Um den Preis zu gewinnen sieht das anders aus, ist aber auch je nach Kategorie unterschiedlich.

      Zu den "wenigen Stimmen": Bei den Kurzgeschichten sind 207 Werke aufgelistet ( und da standen in der Vergangenheit auch mal mehr als 600). Man kann sich ja dann ausrechnen wie sich das im Zweifel aufteilt.
      Da der DPP ja von Drommenrot genannt wurde. Preisträger 2013 in der Kategorie Beste Anthologie:
      literaturpreisgewinner.de/sf-f…eutscher-phantastik-preis

      Wenn das die Grimms wüssten:
      amazon.de/dp/B00HMT4EGS/?tag=lpbook-21

      ...hat also nicht gewonnen weil so viele Autoren im Band vertreten sind sondern weil das Buch so unglaublich bekannt ist?

      Aber bleiben wir mal bei der Kategorie Horror Roman national des diesjährigen Vincent Preis. Meines Erachtens zählt ja nicht die Quantität der Abstimmenden sondern die Qualität der Nominierungen:

      Susanne Röckel - Der Vogelgott (Jung und Jung)
      vincent-preis.blogspot.com/201…r-vogelgott-jung-und.html

      War u.a. auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises.

      Thomas Finn - Lost Souls (Knaur)
      vincent-preis.blogspot.com/201…inn-lost-souls-knaur.html

      Gewann den Buconehrenpreis. Weiß nicht wieviel Bücher der Thomas Finn verkauft. Aber im Bereich der Nachwuchsförderung oder Stimmen von Freunden und Bekannten würde ich das auch nicht einordnen.

      Jörg Kleudgen und Uwe Voehl - Stolzenstein:
      vincent-preis.blogspot.com/201…eudgen-und-uwe-voehl.html

      Ich denke, beide Autoren sind hier bekannt, haben schon bei diversen Verlagen veröffentlicht. Uwe seit 40 Jahren, Jörg ist als Autor sowas von beliebt beim Fachpublikum, zweifelt da jemand an der Eignung?

      Faye Hell - Rigor Mortis
      vincent-preis.blogspot.com/201…rtis-papierverzierer.html

      Die Dame hat jetzt ihren dritten Roman veröffentlicht, ihr erster hat den DPP als Bestes Debüt gewonnen.

      M. H. Steinmetz -Dreizehn:
      vincent-preis.blogspot.com/201…zehn-papierverzierer.html

      War in der Top Ten der besten Phantastikromane der Phantastikorganisation PAN.

      Andreas Zwengel - Kinder des Yigs:
      vincent-preis.blogspot.com/201…kinder-des-yig-blitz.html

      Andreas Zwengel hat schon bei diversen kleineren Verlagen veröffentlicht und seine Romane sind sehr unterhaltsam und in dem Sinn ähnlich wie die von Richard Laymon.

      Nun, wenn ihr meint, das ist ein reiner Küngelpreis und da kann dir auch dein bester Kumpel auf die Schulter klopfen, das wäre genauso viel Wert...

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      Pjotr schrieb:


      Vielleicht wäre es eine Überlegung auf internationale Werke und Autoren zu verzichten.


      Die Kategorie Internationale Werke ging auf eine Initiative von Torsten Scheib zurück. Die wurde 2010 eingeführt, auch mit dem Ziel, den Vincent Preis dadurch bekannter zu machen. Außerdem erscheinen auch in Kleinverlagen internationale Werke und die Liste der Gewinner zeigt, da sind Liebhaber am Abstimmungsknopf und wählen ihre Lieblinge:
      Internationales Literaturwerk
      2017 H. P. Lovecraft - Die geliebten Toten (Festa Verlag)
      2016 Tim Curran - Skull Moon (Luzifer Verlag)
      2015 Clive Barker - Das scharlachrote Evangelium (Festa)
      2014 Clive Barker - Fahr zur Hölle, Mister B. (Festa Verlag)
      2013 Stephen King - Dr. Sleep (Heyne)
      2012 Edward Lee - Innswich Horror (Voodoo Press)
      2011 H. P. Lovecraft - Chronik des Cthulhu-Mythos 1 (Festa Verlag)
      2010 Jack Ketchum - Die Schwestern (Atlantis)

      Die Überlegung, diese Kategorie zu streichen ist mir aber auch schon gekommen.

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      Vielleicht kann man sich da mal mit den Organisatoren des Skoutz Award austauschen? Ich finde, die haben eine recht ausgewogene Kombination aus Jury- und Publikumsvoting mit mehreren Stufen.

      Auf die Longlist kommt alles, was von wem auch immer vorgeschlagen wird und die Kriterien "Passt-in-die-Kategorie" und "Ist-im-betreffenden-Jahr-erschienen" erfüllt. Auf die Midlist kommen dann pro Kategorie noch 9 bzw. 12 Titel, die allein von einer Jury ausgewählt werden. Auf die Shortlist kommen dann noch jeweils 3 Titel, dafür zählen die Stimmen des Publikums und die der Jury halbe-halbe. Wer am Ende gewinnt, entscheidet dann allein das Publikum. Natürlich kann es auch hier passieren, dass beliebte Autoren/Verlage größere Chancen haben als andere eher unbekannte. Aber dadurch, dass die Midlist eine reine Jury-Entscheidung ist, entsteht schon mal eine recht ausgewogene Mischung aus Titeln aus Publikumsverlagen, Kleinverlagen und von Selfpublishern. Und es sind eigentlich immer sowohl bereits sehr bekannte Kandidaten als auch "Außenseiter" dabei.

      Auf den Vincent Preis übertragen könnte es so ablaufen, dass an der Nominierungsphase wie jetzt im Prinzip nix geändert wird - es gibt bereits eine Jury, wie @Mammut nachvollziehbar aufgedröselt hat. Wenn man den Zwischenschritt der Midlist einführt, würde das bedeuten, dass die "Jury" die Kandidaten für die Midlist bestimmt. Im nächsten Schritt müsste sich der VP öffnen und ein öffentliches Publikumsvoting zulassen, das dann 50/50 zu den Stimmen der "Jury" gewertet wird. Jetzt haben wir eine Shortlist, und hier könnten wir ein ausschließlich öffentliches Publikumsvoting zulassen oder wieder die 50/50-Lösung mit der "Jury", um am Ende die Sieger pro Kategorie zu ermitteln.

      Weil sowas sicherlich einen längeren Zeitraum in Anspruch nimmt, könnte man, wenn man schon übers Umkrempeln nachdenkt, auch über den zeitlichen Ablauf nachdenken. Eine Möglichkeit wäre, die Shortlists auf dem Marburg Con und die endgültigen Gewinner auf dem BuCon bekanntzugeben.

      Nur so ein Gedanke, ich brainstorme hier vor mich hin.
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      Ich korrigiere: KLICK Ich lektoriere: KLICK
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      Hallo Jana,

      den Skoutz finde ich jetzt genauso wenig passend als "gutes Beispiel" wie der DPP.
      Bei der Longlist werden alle Werke aufgelistet die von irgendjemanden eingetragen werden. Demgegenüber machen wir uns ja beim Vincent Preis mehr Mühe (wenn man von einzelnen Jahren absieht wo die Motivation wohl etwas gelitten hat) und haben relativ vollständig alle Erscheinungen des Jahres aufgelistet (relativ vollständig = mit vollem Einsatz, also alles was wir aufdecken konnten).

      Die sogenannte Midlist:
      Beim DPP wählt eine nicht näher spezifizierte Jury 20 (waren auch mal 10) Werke pro Kategorien aus, ohne das man Kriterien kennt oder die Experten die sich da engagieren. Für mich wirkt das so, da werden willkürlich (meist basierend auf den Nominierungslisten der Vorjahre) zehn oder zwanzig Werke zur Abstimmung ausgewählt. Bis auf einen Fall gab es da niemals ein Werk, das es auf die endgültige Nominierungsrunde geschafft hat.

      Beim Skoutz wählt EIN Juror aus den ganzen Vorschlägen die Werke der Midlist aus. Im Fall der Anthologie letztes Jahr war das der von mir sehr geschätzte Herr Küper, der dann aus diesem Sammelsurium 9? Werke ausgewählt hat. Nach welchen Kriterien? Geschmack? Nasenfaktor? Möglichst eine breite Abdeckung an Verlagen und Büchern und Genre und Themen?

      Ich persönlich finde so ein Vorgehen zumindest zweifelhaft. Dann kann ich mir auch einen speziellen Rezensenten aussuchen und orientiere mich an den Büchern, die dieser empfiehlt. Bei einem Literaturpreis ist es ja normalerweise so, das es gerade die Vielzahl an Meinungen (egal ob Publikum oder Jury) sind, die dafür sorgen, das insgesamt das beste Mehrheitsergebnis rauskommt und nicht die Meinung eines einzelnen. Da hängt die "Qualität" doch sehr an der einen Person und ihrem Verständnis von Literatur.

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      Pogopuschel schrieb:

      @Mammut

      Aber was hättest du denn dann gerne für den Vincent Preis? So wie bisher möchtest du ihn ja nicht weiterführen, sonst hättest du nicht von einem "Abschied in Würde" geschrieben. Oder so wie bisher vom Verfahren her, aber mit mehr Resonanz? Aber wie erzeugen, wenn man nichts ändert?


      Es scheitert doch an der Teilnahme. Wenn sich Leute für eine Jury melden und das in die Hand nehmen, gerne.
      Der überwiegende Teil der oben genannten Vorschläge sind Änderungsvorschläge bei denen ich leider nicht erkennen kann, das sich dadurch mehr Leute beteiligen.
      Ich hatte die Frage ja oben schon mal gestellt in Bezug auf die Jury: Wer ist denn bereit die Jury zu bilden?
      Oder noch provokanter gefragt: Wer ist bereit den Vincent Preis zu übernehmen?

      Ist ja keiner da. Weder zum Abstimmen, noch zu sonstwas.

      Neu

      Mammut schrieb:

      Hallo Jana,

      den Skoutz finde ich jetzt genauso wenig passend als "gutes Beispiel" wie der DPP.
      ...

      Beim Skoutz wählt EIN Juror aus den ganzen Vorschlägen die Werke der Midlist aus. Im Fall der Anthologie letztes Jahr war das der von mir sehr geschätzte Herr Küper, der dann aus diesem Sammelsurium 9? Werke ausgewählt hat. Nach welchen Kriterien? Geschmack? Nasenfaktor? Möglichst eine breite Abdeckung an Verlagen und Büchern und Genre und Themen?


      Ich wollte auch nicht ausdrücken, dass wir es genauso machen und eine Jury festlegen, wo für jede Kategorie und die Midlist dann eine einzelne Person, der "Juror", verantwortlich ist. Dafür würde sich wohl eh niemand finden. Ich war mal Jurorin, ich bin selbst nicht sicher, ob ich das noch einmal machen würde. Ich habe "Jury" extra so markiert, weil wir die Jury ja nach deinen Worten längst haben: Sie besteht nach wie vor aus den Mitgliedern dieses Forums und der anderen beiden Foren, es gehören Autoren, Verleger und Journalisten/Blogger dazu. In meinem Gedankenspiel wären die Midlists das Resultat aus der Nominierungsphase, pro Kategorie erweitert auf vielleicht 8 oder 10 Kandidaten, stimmberechtigt in dieser Phase nur die "Jury" - also die Personen, die auch jetzt schon stimmberechtigt sind. In der nächsten Abstimmungsphase könnte man dann in die Breite gehen und zum öffentlichen Publikumsvoting einladen - nur eben mit der 50/50-Wertung zwischen Jury (das HF & Co.) und Publikum (alle anderen).
      Ich schreibe: KLICK Ich blogge: KLICK
      Ich korrigiere: KLICK Ich lektoriere: KLICK
      Und bei Facebook findet ihr mich auch.

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      Pogopuschel schrieb:

      Dann dürfte die Antwort zur Zukunft des Vincent Preis wohl leider! beantwortet sein. Wir alle hier im Thread fänden es schade, wenn es ihn nicht mehr geben würde, aber keiner von uns (mich eingeschlossen) ist bereit, sich an der Organisation oder einer Jury zu beteiligen.


      Nicht unbedingt.
      Aktuell läuft ja die Runde noch und die Ergebnisse werden im Mai veröffentlicht. In Marburg wird es ja genügend Zeit geben, das Thema mit diversen Personen zu erörtern.
      Ich für meinen Teil habe mir vorgenommen, im Laufe des Juni zu entscheiden, ob ich den Vincent Preis in welcher Form auch immer fortführe. Vielleicht drängt sich ja auch vorher noch jemand auf. Vielleicht ja auch später. Vielleicht ist es auch eine Idee, mal ein Jahr auszusetzen und ab Januar 2021 den Vincent Preis 2019/2020 zu vergeben.
      Ist ja aktuell alles offen. Auch die Nominierungsrunde. Also ran an die Bücher: Lest und stimmt ab!

      Neu

      Jana Oltersdorff schrieb:

      Mammut schrieb:

      Hallo Jana,

      den Skoutz finde ich jetzt genauso wenig passend als "gutes Beispiel" wie der DPP.
      ...

      Beim Skoutz wählt EIN Juror aus den ganzen Vorschlägen die Werke der Midlist aus. Im Fall der Anthologie letztes Jahr war das der von mir sehr geschätzte Herr Küper, der dann aus diesem Sammelsurium 9? Werke ausgewählt hat. Nach welchen Kriterien? Geschmack? Nasenfaktor? Möglichst eine breite Abdeckung an Verlagen und Büchern und Genre und Themen?


      Ich wollte auch nicht ausdrücken, dass wir es genauso machen und eine Jury festlegen, wo für jede Kategorie und die Midlist dann eine einzelne Person, der "Juror", verantwortlich ist. Dafür würde sich wohl eh niemand finden. Ich war mal Jurorin, ich bin selbst nicht sicher, ob ich das noch einmal machen würde. Ich habe "Jury" extra so markiert, weil wir die Jury ja nach deinen Worten längst haben: Sie besteht nach wie vor aus den Mitgliedern dieses Forums und der anderen beiden Foren, es gehören Autoren, Verleger und Journalisten/Blogger dazu. In meinem Gedankenspiel wären die Midlists das Resultat aus der Nominierungsphase, pro Kategorie erweitert auf vielleicht 8 oder 10 Kandidaten, stimmberechtigt in dieser Phase nur die "Jury" - also die Personen, die auch jetzt schon stimmberechtigt sind. In der nächsten Abstimmungsphase könnte man dann in die Breite gehen und zum öffentlichen Publikumsvoting einladen - nur eben mit der 50/50-Wertung zwischen Jury (das HF & Co.) und Publikum (alle anderen).


      Was man machen könnte und was ich auch für praktikabel halte: Nicht mehr die Horrorlisten auf Vollständigkeit zu erstellen (das ist die letzten Jahre sowieso zu einer Unmöglichkeit geworden. Nicht nur auf alles aufmerksam zu werden, sondern auch einzuordnen, ob es zum Genre passt) sondern diese hier im Forum einfach per Nennung (oder alternativ über eine Jury) zu erstellen. Nicht unbedingt beschränkt auf zwanzig Werke, aber nicht ausufernd möglichst breit.
      Aber mehr Teilnehmer bei der Abstimmung erhält man dadurch nicht. Es fällt ja eher der ein oder andere weg.

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      Ich habe jetzt 15 Minuten getippt um eine ausführliche Antwort zu geben...DANKE LIEBES FORUM FÜRS VERSCHLUCKEN.

      Deswegen nur mehr kurz:

      Wenn ich nur 5% der Werke kenne, stimme ich nicht ab. Das wäre nicht fair.
      Eine Jury muss her und Werke die vor Rechtschreibfehler strotzen sollten nicht zur Abstimmung kommen.
      “There is nothing more dreadful than the habit of doubt. Doubt separates people. It is a poison that disintegrates friendships and breaks up pleasant relations. It is a thorn that irritates and hurts; it is a sword that kills.”

      anubiswp.myblog.de/