Die Zukunft des Vincent Preis

      Neu

      ANUBIS schrieb:

      Ich habe jetzt 15 Minuten getippt um eine ausführliche Antwort zu geben...DANKE LIEBES FORUM FÜRS VERSCHLUCKEN.

      Deswegen nur mehr kurz:

      Wenn ich nur 5% der Werke kenne, stimme ich nicht ab. Das wäre nicht fair.
      Eine Jury muss her und Werke die vor Rechtschreibfehler strotzen sollten nicht zur Abstimmung kommen.


      Ich sehe immer noch niemand der sich für die Jury meldet...

      Neu

      ANUBIS schrieb:

      ...

      Wenn ich nur 5% der Werke kenne, stimme ich nicht ab. Das wäre nicht fair.
      Eine Jury muss her und Werke die vor Rechtschreibfehler strotzen sollten nicht zur Abstimmung kommen.


      Es geht mir sehr ähnlich.
      Auch ich kenne einen Bruchteil der Geschichten/Bücher und tue mich daher mit dem Abstimmen schwer bzw. lasse es entsprechend ganz.
      Als "Normalleser" ist es einfach zeitlich fast nicht möglich, sich entsprechend einzulesen, auch wenn es eine Midlist mit 10 Büchern pro Kategorie gibt, dann sind das bei Anthologie, Roman und Roman international schon ca. 30 Bücher, die man gelesen haben sollte inkl. des Kostenfaktors.

      Vielleicht wäre es sinnvoll, die Midlist von Fachjuries kürzen zu lassen und dann die Shortlist zur Wahl zu stellen.

      Wie funktioniert das eigentlich bei großen Buchpreisen? Da muss doch auch jemand eine Vorauswahl treffen etc.
      Bücher werden von niemandem beachtet. Darum sind Bücher der ideale Ort, um die wirklich ungeheuerlichen Sachen zu veranstalten.
      - Chuck Palahniuk -

      Neu

      Irgendwie habe ich das Gefühl, wir drehen uns im Kreis und reden auch etwas um den heißen Brei herum ...

      Am Ende geht es doch vor allem um das, was Mammut zurecht bemerkt hat: "Ich sehe immer noch niemand der sich für die Jury meldet... "

      Ergo sage ich mal ganz offen für mich: ich bin (auch) nicht willens, an der Jury mitzuwirken. Mir fehlt die Zeit und - ehrlich gesagt - auch das literarische Interesse, mich durch Berge von Büchern/Texten zu kämpfen, die mir geschmacklich eher fern stehen, und dann auch noch den Anspruch zu erfüllen, ein "gerechtes" Urteil zu fällen.

      Wenn sich hier auch sonst niemand als Juror wirklich committen mag/kann, sollte der VP vielleicht erstmal ausgesetzt werden. Womöglich ergibt sich irgendwann ja mal ein überzeugende Lösung ...

      Neu

      Drommetenrot schrieb:

      Irgendwie habe ich das Gefühl, wir drehen uns im Kreis und reden auch etwas um den heißen Brei herum ...

      Am Ende geht es doch vor allem um das, was Mammut zurecht bemerkt hat: "Ich sehe immer noch niemand der sich für die Jury meldet... "

      Ergo sage ich mal ganz offen für mich: ich bin (auch) nicht willens, an der Jury mitzuwirken. Mir fehlt die Zeit und - ehrlich gesagt - auch das literarische Interesse, mich durch Berge von Büchern/Texten zu kämpfen, die mir geschmacklich eher fern stehen, und dann auch noch den Anspruch zu erfüllen, ein "gerechtes" Urteil zu fällen.

      Wenn sich hier auch sonst niemand als Juror wirklich committen mag/kann, sollte der VP vielleicht erstmal ausgesetzt werden. Womöglich ergibt sich irgendwann ja mal ein überzeugende Lösung ...


      Grundsätzlich sehe ich auch bei der Jury wieder das Problem der Legitimation. Wer entscheidet denn, wer ein ausreichend guter Kenner der Materie ist, dass diese Person qualifiziert ist, in der Jury mitzuarbeiten? Und wenn diese Peson nominiert ist, möchte sie dann auch in der Jury mitarbeiten? Wenn da in der Jury einfach jeder genommen wird, der mitarbeiten will, besteht auch wieder die Gefahr, dass die jeweiligen Kumpel bevorzugt behandelt werden. Auch die Außenwirkung eines Preises wäre dann zweifelhaft... letztlich könnte dann in dieser Situation auch jeder selbst hingehen und seinen eigenen Preis verleihen. Ob der dann auch eine tatsächliche Aussage hat, so dass Verlage und Autoren wirklich damit werben können?
      ...and the book club consists mainly of people who club me with books.

      Neu

      Sar-Sargoth schrieb:

      Drommetenrot schrieb:

      Irgendwie habe ich das Gefühl, wir drehen uns im Kreis und reden auch etwas um den heißen Brei herum ...

      Am Ende geht es doch vor allem um das, was Mammut zurecht bemerkt hat: "Ich sehe immer noch niemand der sich für die Jury meldet... "

      Ergo sage ich mal ganz offen für mich: ich bin (auch) nicht willens, an der Jury mitzuwirken. Mir fehlt die Zeit und - ehrlich gesagt - auch das literarische Interesse, mich durch Berge von Büchern/Texten zu kämpfen, die mir geschmacklich eher fern stehen, und dann auch noch den Anspruch zu erfüllen, ein "gerechtes" Urteil zu fällen.

      Wenn sich hier auch sonst niemand als Juror wirklich committen mag/kann, sollte der VP vielleicht erstmal ausgesetzt werden. Womöglich ergibt sich irgendwann ja mal ein überzeugende Lösung ...


      Grundsätzlich sehe ich auch bei der Jury wieder das Problem der Legitimation. Wer entscheidet denn, wer ein ausreichend guter Kenner der Materie ist, dass diese Person qualifiziert ist, in der Jury mitzuarbeiten? Und wenn diese Peson nominiert ist, möchte sie dann auch in der Jury mitarbeiten? Wenn da in der Jury einfach jeder genommen wird, der mitarbeiten will, besteht auch wieder die Gefahr, dass die jeweiligen Kumpel bevorzugt behandelt werden. Auch die Außenwirkung eines Preises wäre dann zweifelhaft... letztlich könnte dann in dieser Situation auch jeder selbst hingehen und seinen eigenen Preis verleihen. Ob der dann auch eine tatsächliche Aussage hat, so dass Verlage und Autoren wirklich damit werben können?


      Dem stimme ich völlig zu.

      Wie wäre es denn damit regelmäßig (ein- oder zweimonatlich) einen Lesezirkel zu den Büchern 2019 zu machen?
      Hier die bisher erfassten Bücher, sind allerdings noch nicht alle erschienen:
      vincent-preis.blogspot.com/search/label/Vincent Preis 2019

      Wenn wir das gemeinsam versuchen könnten und genügend mitmachen (nicht immer die gleichen nämlich, sonst hängt es einen zum Hals raus), hätte jeder ein paar Bücher gelesen und kann, wenn was nominierunswürdiges dabei ist, abstimmen.
      Wäre das eine Idee?

      Neu

      Da bleibt wieder der Kostenfaktor. wenn ich mir 30 Bücher kaufen muss um darüber abzustimmen, die ich vielleicht nicht wirklich lesen/kaufen würde. Eher nicht.
      Ansonsten...Michael..Ich melde mich freiwillg als Juror;-)
      Aber...bin ich dafür geeignet? Ich finde wir sollten einmal darüber reden wer dafür geeignet wäre...wer sollte in der Jury sitzen. Sollte man über etwaige Bewerber vielleicht hier im Forum( oder anderswo) abstimmen?
      Und natürlich...wie wichtig ist der Preis den Verlagen um beispiesweise dann Jurymitglieder mit Reziexemplaren auszustatten?

      Cheers
      “There is nothing more dreadful than the habit of doubt. Doubt separates people. It is a poison that disintegrates friendships and breaks up pleasant relations. It is a thorn that irritates and hurts; it is a sword that kills.”

      anubiswp.myblog.de/

      Neu

      Vielleicht ist es auch eine Idee, mal ein Jahr auszusetzen ...


      Meine Erfahrung mit eigentlich fortlaufenden Veranstaltungen zeigt, wenn man aussetzt, ist man eigentlich schon raus.

      Grundsätzlich sehe ich auch bei der Jury wieder das Problem der Legitimation. Wer entscheidet denn, wer ein ausreichend guter Kenner der Materie ist, dass diese Person qualifiziert ist, in der Jury mitzuarbeiten? Und wenn diese Peson nominiert ist, möchte sie dann auch in der Jury mitarbeiten? Wenn da in der Jury einfach jeder genommen wird, der mitarbeiten will, besteht auch wieder die Gefahr, dass die jeweiligen Kumpel bevorzugt behandelt werden. Auch die Außenwirkung eines Preises wäre dann zweifelhaft... letztlich könnte dann in dieser Situation auch jeder selbst hingehen und seinen eigenen Preis verleihen. Ob der dann auch eine tatsächliche Aussage hat, so dass Verlage und Autoren wirklich damit werben können?


      Das sind auch als Schreibender genau meine Fragen, die mich umtreiben. Einerseits finde ich die Beteiligung an/in einer Jury interessant, andererseits ist man als Autorin vernetzt und der eigene Output, z.B. in Anthologien ja auch nicht wenig, um nicht zumindest in eine Befangenheit zu geraten.

      Wie wäre es denn damit regelmäßig (ein- oder zweimonatlich) einen Lesezirkel zu den Büchern 2019 zu machen?


      Die Idee gefällt mir und da würde ich mich auch einbringen.

      Neu

      Ich habe die Diskussion bisher nur lesend begleitet, weil ich eigentlich ganz in anderen AUfgaben versunken sind (Dienstag verteidige ich meine Doktorarbeit). Aber so langsam juckt es mich doch in den Fingern, mich aktiver in die Diskussion einzubringen.

      Ganz ehrlich, ich finde den Vincent Preis toll, und ich mag die Preisverleihung auf dem MarburgCon. Bisher hatte ich auch immer den Eindruck, dass sich nicht nur dies Erstplatzierten, sondern auch die hinteren Ränge wirklich darüber gefreut haben, eine Urkunde überreicht zu bekommen. Neben Verkäufen und Rezensionen sind es doch solche Aktionen wie der VP, die einem zeigen, dass es sich lohnt, was viele hier tun und mögen. Dass der Preis nur von einer ausgesprochen kleinen Gruppe verliehen wird, sehe ich dabei nicht als Problem an. Anerkennung ist nicht nur dann legitimiert, wenn ein repräsentativer Anteil der Bevölkerung mit abstimmen kann.

      Trotzdem verstehe ich natürlich, dass sich Michael und andere, die sich schon für den VP engagiert haben, über die Jahre die Frage stellen, ob der Aufwand das Ergebnis lohnt. Die Reichweite des Preises über den kleinen Kreis des Fandoms hinaus ist vermutlich wirklich begrenzt, vielleicht zu sehr begrenzt. Das Problem bekommt man sicherlich durch viele hier schon formulierte Veränderungsvorschläge nicht oder nicht sofort in den Griff, es könnte aber helfen, dass Mammut nicht die ganze Last trägt.

      Was ich mir gut vorstellen könnte, ist,
      - dass sich Verantwortliche für die einzelnen Kategorien finden, nennen wir es ruhig Jury.
      - dass bewusst Buchblogger dazu eingeladen werden, die eine größere Reichweite haben als es das Horror Forum (wie leider alle Foren) mittlerweile hat.
      - dass wir wieder regelmäßiger Lesezirkel durchführen. Bis auf das Buch war der letzte doch gut!
      - dass ingesamt vielleicht mehr Energie auf die Präsentation nominierter Werke im Internet gesetzt wird, als in die Auflistung wirklich aller in Frage kommender Werke.
      - dass der VP nur noch alle zwei Jahre vergeben wird. Bei der Storyolympiade hat diese Umstellung wirklich gut geklappt und ermöglicht auch mal Verschnaufpausen.

      Das sind aber alles nur Ideen und Anregungen.

      Ich würde mich übrigens bei einer Jury beteiligen, außer ich muss einen Jahrgang nahezu vollständig lesen, und, um ganz konkret zu werden, am liebsten für die Kathegorie "Roman national", am zweitliebsten "Storysammlung". Dass ich einen eigenen Geschmack habe, ist meines Erachtens eine Grudnvoraussetzung und kein Problem dafür. Ebenso wenig sehe ich als Problem, dass ich wie auch viele andere hier ganz gut im Fandom vernetzt bin. Das ist aber wohl bei einem so überschaubaren Kreis auch einfach nicht zu ändern.

      Neu

      Ich war zwei Jahre lang in der Jury des Syndikats. Meine Erfahrungen, auf den Vincent-Preis übertragen, hießen:
      1. Weniger Kategorien: Roman national, Roman international, Kurzgeschichte/Novelle, evtl. Sonderpreis und Cover.
      2. Jede Kategorie wird von einer 3-5-köpfigen Jury aus dem Horror-Forum betreut.
      3. Berücksichtigt für die Nominierungsliste werden nur Bücher, die auch von Verlagen und Autoren an sämtliche Jury-Mitglieder geschickt werden.
      4. Die jeweiligen Preisträger setzen sich jeweils zur Hälfte aus dem Votum der Jury und den Stimmen der Mitglieder des Horror-Forums zusammen.

      Meine Erfahrungen: Ein Preis, der den Verlagen nichts wert ist, geht denen am Arsch vorbei. So müssen sie zumindest die Freiexemplare verschicken, man kriegt auch Kontakt zu den jeweiligen Presseleuten etc., die durchaus erkennen, dass so ein Preis marktfördernd sein kann.
      Man muss auch nicht alle Romane und Kurzgeschichten vollständig lesen. Meistens habe ich schon nach 10 Seiten gemerkt, dass der jeweilige Roman den Ansprüchen nicht genügt.

      Damit fielen die reinen E-Books natürlich wieder raus (die sowieso nur einen marginalen Anteil am Gesamtgeschäft aufweisen). Evtl. könnten sich hier ja Interessenten für eine Sonderjury melden.

      Der Unterschied: Das Syndikat vertritt über 700 Krimiautoren. Beim Vincent Preis wäre (noch) kein Budget vorhanden und Enthusiasmus gefragt.

      So weit mein Senf zum Thema.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Uwe“ ()